Euroticon No 05 (1996)

Euroticon No 05 (1996)

Euroticon No 05 (1996)
English, German, French, Dutch | PDF | 100 Pages | 108 MB

Editorial:
Nein. nein, das soll keine neue Abhandlung über männlichen Sextourismus in Thailand oder weiblichen Sextourismus in Jamaika werden, aber es stellt sich doch die Frage, was den Europäer in diese Länder zieht, als gäbe es hier keine sexuelle Erfüllung mehr. Fast immer stellt man sich fremde Länder als sexuell freiheitlicher, ihre Bewohner als weniger gehemmt vor. Gedanken an Geishas, Haremsdamen oder wenig bekleidete SüdseeSchönheiten, denen die Zwänge der kulturellen Sexualeinschränkung noch unbekannt sind, drängen sich nahezu auf und nicht zuletzt beutet die literarische und bildnerische Pornografie die Sehnsucht nach exotischer Freizügigkeit immer wieder neu aus.

Von farbigen Männern erwartet man eine größere Potenz, von farbigen Frauen ein größeres sexuelles Entgegenkommen. Wie wir aus Überlieferungen wissen, haben schon im Mittelalter lüsterne Damen nach einem farbigen Manne als potenten Sexualpartner verlangt.

Der Thai-Sextourist ist von den Bordellen in Bangkok angezogen, wo man den jungen Horizontaldamen Anpassungsfähigkeit an Kundenwünsche und raffinierte Liebeskunst nachsagt. Man sollte sich aber einmal vor Augen führen, daß der Beziehung zu einem exotischen Partner auch der Überlegenheits dunkel der Weißen mitschwingt. Erinnerungen an die Kolonialzeit, in der sie sich als Herrscher gebärden konnten. Bewußt oder unbewußt werden die exotischen Partner als Sklaven, bzw. Sklavinnen gesehen und in die Beziehungen können sich sadistische oder auch masochistische Tendenzen einschleichen.

Nichts dagegen, wenn beide Partner sich in diesem erotischen Spiel ergänzen und aneinander erfreuen, doch sollte man bei aller Sehnsucht nach exotischer Liebe nicht den Menschen an sich und den dafür nötigen Respekt vermissen lassen, denn gerade in der Zeit der Grenzöffnungen kann es auch durch Sexualneid oder Sexualangst zu neuem Rassenhass kommen. Denn die Zeiten, daß die Exotik ein unverbindliches Gedankenspiel und realitätsferner Phantasiereiz darstellt, sind längst vorbei.

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